Über die kleinen Landstreicher

23Das ist Emil – in diesem Jahr wird er sechs Jahre alt. Eigentlich ist Emil der Initiator der „Kleinen Landstreicher“, denn weil er in diesem Jahr in die Schule kommen wird, haben wir lange überlegt, was wir die letzten Monate noch gemeinsam erleben können, so ganz frei, ohne Verpflichtungen. Lange aufbleiben, Nachts mit Taschenlampen herumstromern, Dinge entdecken, schnitzen, klettern, einfach frei sein. Emil mag Städtetrips, er mag Rom und Venedig und New York und hat dort ganz vieles entdeckt, was wir sonst gar nicht bemerkt hätten. Aber am liebsten mag Emil viel Freiheit, viel Platz, viel Wald und Wasser. Er kann schon sehr gut Fische mit dem Kescher fangen, Holz für Stockbrote schnitzen, Frösche vorsichtig in der hohlen Hand tragen, Feuer machen, auf Bäume klettern, mit Pfeil und Bogen schießen und sammelt sehr gerne Dinge: Treibholz, Muscheln und Steine. Hin und wieder müssen wir den Bus deshalb einmal leeren.

img_9013Das ist Ida, noch ist sie drei aber im Sommer diesen Jahres wird sie vier werden. Sie ist nicht nur Emils kleine Schwester, sondern auch seine beste Freundin und seine ständige Begleiterin. Ida würde am liebsten ihr Leben lang barfuss laufen. Egal ob Matsch oder Waldboden, Stöckchen, Steinchen, kitzeliges Heu: Ida liebt es barfuss zu sein. Ida kann sehr weit ohne Schuhe laufen, aber nur wenn sie das will und nur die Strecken die sie gerne möchte. Strecken, die sie laufen muss missbilligt sie, bleibt dann gerne stehen oder wirft sich auch mal auf den Boden. Ida liebt Tiere. Am liebsten würde sie an Pius gekuschelt einschlafen. Und sie sammelt genauso gerne wie Emil. Ida hat eine unglaubliche Fantasie. Sie bringt manchmal Abends ganz viele Äste ins Bett, trägt und wiegt sie, singt ihnen vor und legt sie dann behutsam in ein Bett aus Blättern. Im Gegensatz zu Emil mag sie Reisen nur, wenn wir den Bus dabei haben. Sie braucht immer etwas, was sich für sie nach Zuhause anfühlt. Das finden wir spannend, wo wir doch beide Kinder „gleich“ erzogen haben und von Anfang an ins selbe Umfeld gebracht haben.

img_9106Das bin ich. Ich bin Miriam und die Mutter von Emil und Ida. Ich bin so aufgewachsen, wie ich es meinen Kindern wünschen würde: Mit viel Wald, See, einem Reetdachhaus, einem Pony und viel Freiheit. Im Frühling durch das hochstehende Wasser auf den Wiesen laufend, im Sommer im Fluss badend und im Herbst mit dem Pony durch den Wald. Im Herzen bin ich aber ein Großstadtmensch, und nach dem Studium auch in der Stadt geblieben. Ich mag den Charme der Altbauwohnungen, das Leben, das sich zusehends draussen abspielt, ich mag Cafés, Theater, Museen und ich lasse meine Kinder ganz viel an dieser Liebe teilhaben. Aber um ihnen ein bisschen meiner eigenen Kindheit Zukommen  zu lassen, haben wir den „Flotten Bert“ gekauft, einen Campingbus, der so klein ist, dass man in der Stadt einen Parkplatz findet und gerade groß genug um vier Personen und einen Hund unterzubringen. So oft wie möglich versuche ich mit den Kindern raus zu fahren und einfach irgendwo frei zu sein, im Wald, am Meer, an die Elbe. Ich habe festgestellt, sie brauchen nicht viel, um glücklich zu sein. parallel zu den „Kleinen Landstreichern“ arbeite ich mit sehr viel Liebe an meinem Blog Emil und Ida.

Kathrin Schwarze-Reiter_2

Das ist Kathrin. Mit Nachnamen heißt sie Schwarze-Reiter, aber sie spielt nicht in „Herr der Ringe“ mit, sondern ist Wissenschaftsjournalistin in München. Und ihre zwei Kinder heißen auch nicht Nazgûl oder so, sondern Frida und Gustav. Frida ist bald vier, Gustav eins. Ab jetzt berichtet Kathrin für „Kleine Landstreicher“ aus München und Süddeutschland. Denn in Bayern kennt sich Kathrin sehr gut aus – sie ist eine echte Fränkin, lebt aber seit 12 Jahren in München und hat als Geographin schon im tiefsten bayerischen Wald gebuddelt. Mit ihrer Familie reist sie sehr gerne und isst gerne gut. Ab jetzt teilt sie ihre Entdeckungen – die leckersten Cafes, die spannendsten Kinderabenteuer und die entspannendsten Hotels – mit euch. Lange hat Kathrin übrigens immer gefragt und gegoogelt, was man so macht, wenn die eigenen Kinder mal krank sind. Bis sie auf die Idee kam, das lieber selbst in die Hand zu nehmen und schreibt seitdem den Blog Warme Milch mit Honig, in dem sie informativ, gut recherchiert und für alle verständlich über einen gesunden Alltag und Kinderkrankheiten berichtet.

Bildschirmfoto 2017-07-06 um 10.47.00Das Ist Christine. Sie ist eigentlich der Inbegriff der Hamburg Kennerin, hat Kiez Touren organisiert und selbst Jahrelang mit Kind und Mann mitten in St. Pauli gelebt. Aber dann hat die Liebe zum Meer sie in ihre Heimat zurück geführt und seit zwei Jahren lebt und arbeitet sie in Jever. Dort hat sie sich mit ihrem Laden „Schön und Gut“ einen Traum erfüllt. Wenn sie dort nicht hinter dem Tresen steht und zu jedem Einzelstück eine Geschichte erzählen kann, schreibt sie für die „Kleinen Landstreicher“ über Friesland und seine Inseln.

 

 

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Das Ist Jana, zumindest ein Ausschnitt von ihr. Jana lebt mit ihren beiden Kindern (Zwei Jahre und 1 Monat) in Hamburg Eimsbüttel. Eigentlich ist Jana passionierte Lehrerin, aber seitdem die Kinder da sind hat sie ein Gespür für schöne kleine Geheimtipps in Hamburg entwickelt. Jana weiß immer wo man die schönsten Geschenke findet, die süßesten Cafés und viele kleine Kinderevents, vom Mitmachzirkus bis zum Elbstrand. Wer mit Kindern nach Hamburg kommt, muss Jana fragen!

 

 

img_5599Das ist Pius. Er wird in diesem Jahr seinen ersten Geburtstag feiern. Sein Vater ist ein Labrador und seine Mutter ein Australian Shepherd und Pius hat definitiv die Hütehund Eigenschaften geerbt. Auch wenn Pius erst ein halbes Jahr alt ist, hat er nicht nur Kraft und Energie wie ein großer, er kann auch bereits seine „Herde“ verteidigen, richtig bellen und wenn es darauf ankommt einschüchternd mit den Zähne fletschen. Eigentlich ist Pius aber vor allem der beste Freund der Kinder und deren ständiger Begleiter. Manchmal wirft er sie noch aus Versehen um, wenn er ungestüm an ihnen hochspringt, aber sie verzeihen ihm alles. Im Wald lässt Pius die Kinder niemals aus den Augen, trottet Stundenlang neben ihnen her und blinzelt selbst im Schlaf immer wieder um nach dem Rechten zu sehen.

 

img_5178Das ist Paul, mein Mann und der Vater von Emil und Ida. Ohne Paul gäbe es keinen Bus und keine „Kleinen Landstreicher“, denn er ist derjenige, der all unsere Ideen verwirklicht und umsetzt. Ich würde schreiben, leider ist der Preis dafür, dass Paul sehr viel arbeiten muss, aber das würde nicht der Wahrheit entsprechen. Denn Paul arbeitet tatsächlich sehr gerne, ist Arzt mit Leidenschaft und Hingabe, und selbst durch Forschungen und Publikationen nicht müde zu kriegen. Aber wann immer er es schafft, wird er auch zum „Landstreicher“, schnitzt selber gerne, hat Emil die Liebe zum schnorcheln vererbt, in Kanada unermüdlich Holz gehackt, liebt es Feuer zu machen, im Freien zu schlafen und zu grillen. Egal wie schrecklich vollgestopft der „Flotte Bert“ auch sein mag – ein Grill passt immer noch rein.

img_4728Das ist der „Flotte Bert“. Oh, wie die Kinder ihn lieben. Als wir einmal haben durchklingen lassen, ihn vielleicht durch eine doch ein bisschen größere Variante zu ersetzen, waren sie den Tränen nahe. Er ist so etwas wie unser zweites Zuhause, immer ein bisschen chaotisch und voll, aber liebenswert. Er verfügt im Sommer über wirklich ausreichend Platz für Kleidung, Sandspielzeug, Campingmöbel, Strandmuschel, Hängematte und den obligatorischen Grill. im Winter allerdings erscheint er mir bis aufs Minimalste geschrumpft und ich frage mich wohin mit Winterstiefeln, Schlitten und Schneeanzügen? So lange die Kinder körperlich noch so klein sind, schaffen sie es darin zu toben, zu puzzeln, zu malen und zu tanzen. Sie haben Bilder aufgehängt und Lichterketten und verschwinden manchmal oben in ihrem Hochbett zwischen den ganzen Kuschelkissen. Ich hingegen träume manchmal von einem Bus mit Bad – besonders im Winter.

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